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Chronologie

Eine architektonische Chronik der Imperien.

Von Justinians großem Entwurf bis zum modernen Wahrzeichen Istanbuls: die Umbrüche, die dieses Bauwerk über fünfzehn Jahrhunderte geprägt haben.

532 n. Chr.

Justinians Entwurf

Nach der Zerstörung der zweiten Kirche im Nika-Aufstand ließ Kaiser Justinian I. eine neue, größere Basilika errichten. Der von den Physikern Isidor von Milet und Anthemios von Tralleis entworfene Bau war in erstaunlichen fünf Jahren vollendet.

Technische Notiz

Die beispiellose Zentralkuppel nutzte Pendentifs — gekrümmte Dreiecksgewölbe —, um die Last vom runden Kuppelfuß auf das quadratische Tragwerk darunter zu überführen.

Abb. 01 // Frühe Bauphase

1453

Osmanische Umwandlung

Nach der Eroberung Konstantinopels ordnete Sultan Mehmed II. die sofortige Umwandlung der Kirche in eine Moschee an. Islamische Elemente — ein hölzernes Minarett (später ersetzt), Mihrab und Minbar — wurden in den byzantinischen Raum eingefügt.

Über die Jahrhunderte fügten aufeinanderfolgende Sultane vier große Minarette hinzu und veränderten die Silhouette grundlegend.

Abb. 02 // Einfügung islamischer Kalligrafie

1935

Die Museumszeit

Auf Betreiben von Mustafa Kemal Atatürk, dem Gründer der modernen Republik Türkiye, wurde das Gebäude säkularisiert und als Museum eröffnet. Umfangreiche Restaurierungen begannen und legten byzantinische Mosaike frei, die jahrhundertelang überputzt waren.

Abb. 03 // Frühe Museumsausstellungen

2020

Lebendiges Monument

Der Status wurde neu geregelt: Das Bauwerk dient wieder als Moschee, bleibt aber für internationale Gäste zugänglich, und die Kunstwerke seines doppelten Erbes werden weiter bewahrt.

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Abb. 04 // Heutige Außenansicht